• Werk Gelsenkirchen Schalke im Jahr 1953

Historie

Know-how aus drei Jahrhunderten
Die Erfolgsgeschichte der Schalke-Lokomotiven beginnt in Gelsenkirchen – und wie fast alle Ruhrgebietsgeschichten startet sie mit dem Bergbau. Am 21. August 1872 gründet Friedrich Grillo die Schalker Eisenhütte Maschinenfabrik GmbH, ein Unternehmen, das Maschinen und Maschinenteile für den Einsatz unter Tage herstellt. Dazu zählen Bremsen, Förderwagen, Drahthaspeln oder getemperter Gussstahl für Räder von Gruben- und Förderwagen. Auch Bedarf für Kokereien und Gussstücke in Lehm, Sand und Hartguss werden produziert. Von Anfang an zeichnen sich die Schalke-Produkte durch ihre Robustheit aus – sie sind ausdauernd und zuverlässig. Wie gemacht für einen überaus rauen Alltag.

Zehn Jahre später baut Schalke die ersten Koksausdrückmaschinen. Es sind gewaltige, dampfgetriebene „Ungetüme“ und der Ursprung einer Serie von Kokereimaschinen, zu denen auch Türabheber, Kokskuchen-führungsmaschinen und Kokslösch-wagen gehören. Zum Ziehen der Kokereimaschinen wurden zu dieser Zeit Lokomotiven eingesetzt – darum geht das Unternehmen einen logischen nächsten Schritt: Schalke baut selbst Lokomotiven. Das Portfolio wird durch Kokslösch- und Abraumlokomotiven erweitert, mit der Schalke-typischen Zuverlässigkeit. Die kraftvollen Arbeitsmaschinen setzen sich durch – und öffnen ein vielversprechendes Zukunftsfeld. In 1937 startet die Produktion von 70t-Fahrdrahtlokomotiven für den rheinischen Braunkohletagebau. Bis 1954 werden insgesamt 34 Lokomotiven gebaut, bei der Produktion kooperiert Schalke mit den namhaften Elektro-unternehmen Siemens, AEG und BBC, erste Fahrdraht- und Akkugrubenlokomotiven gehen auf die Schiene. So wächst die Kompetenz für Lokomotiven kontinuierlich weiter, auch was innovative und alternative Antriebe betrifft.

Mit vereinter Kraft
Seit dem Jahr 1968 gehört Schalke zur Bochumer Gebr. Eickhoff Maschinenfabrik u. Eisengießerei GmbH, ebenfalls Spezialist für starke und belastbare Maschinen mit Wurzeln im Bergbau. In den Folgejahren konzentriert sich Schalke neben der Kokereitechnologie immer mehr auf Lokomotiven, zunächst auf Bergbauloks für den Kohlebergbau. So entsteht in 1993 die Ruhrkohle-einheitslok, die speziell für den Deutschen Untertage-Steinkohlebergbau entwickelt und mehr als 120 Mal ausgeliefert wird – der Name Schalke ist längst ein Synonym für zuverlässige Schienenfahrzeuge unter Tage. Auch weltweit: So hat das Unternehmen seit den 1980er-Jahren unter anderem über 20 Loks für zwei verschiedene Bergwerke des Minenbetreibers CODELCO in Chile ausgeliefert.

Das so erworbene Know-how und die Erfahrung im Bau von Schienenfahrzeugen für harte Arbeitsbedingungen bieten sich geradezu für einen Transfer an. Nur konsequent erweitert die Schalker Eisenhütte ihr Produktspektrum: Vielseitig einsetzbare Service-Loks für den Personennahverkehr, etwa Schweißfahrzeuge, Schienenschleifmaschinen oder Plattformwagen, entstehen unter anderem für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Auch baut Schalke in Rekordzeit die Güterstraßenbahn „CargoTram“, die umweltfreundlich und wirtschaftlich Autoteile zur VW-Fabrikationsstätte „Gläserne Manufaktur“ in Dresden transportiert. So spielt Schalke auch über Tage oder in den U-Bahn-Tunneln von Großstädten seine Hauptvorteile aus: enorme Flexibilität für individuelle Lösungen und die Erfahrung aus drei Jahrhunderten.